Was ist Züritüütsch?
+Züritüütsch ist der Dialekt, der in der Stadt Zürich und Umgebung gesprochen wird. Er gehört zur Familie der Schweizerdeutschen Dialekte und unterscheidet sich klar vom Hochdeutsch – vor allem in Aussprache, Rhythmus und typischen Wörtern.
Sprache ist in Zürich aber mehr als Kommunikation: Sie ist ein Teil der Stadt, ihrer Kultur und ihres sozialen Gefüges. Wer ein paar Wörter und Klänge versteht, spürt schneller, wie Zürich denkt, fühlt und lebt – und kommt leichter in Berührung mit dem Ort.
Wortschatz für den Alltag in Zürich
+Dieser kleine Wortschatz hilft dir, dich in der Stadt zu orientieren, Menschen zu begegnen und ein Gefühl für das alltägliche Leben in Zürich zu bekommen.
- Grüezi – Hallo (formell und neutral)
- Hoi / Sali / Salü – informelles Hallo
- Merci – Danke
- En Guete – Guten Appetit
- Znüni / Zmittag / Zvieri / Znacht – kleine Pause am Morgen / Mittagessen / Nachmittagssnack / Abendessen
- Gömmer? – Gehen wir?
- Es bitzli – ein bisschen
- Ufgang / Abgang – Ausgang / Eingang
- Tram – Strassenbahn
- Perrong – Bahngleis / Bahnsteig
- Stross – Strasse
- Platz – zentraler Ort oder Platz
- Badi – öffentliches Schwimmbad oder Seebad
- Beiz – gemütliches Restaurant / Lokal
- Quartier – Stadtviertel
Aussprache – die Basics
+Züritüütsch hat einen eigenen Klang – weich, rhythmisch und oft mit verkürzten Lauten. Hier die wichtigsten Regeln:
- ch wird hart gesprochen – wie in „Bach“.
- k → ch am Wortanfang: „Kind“ → Chind.
- r wird meist weich und kaum gerollt ausgesprochen.
- Ich → I / Iich – das h fällt oft weg, der Laut wird gedehnt.
- nicht → nöd, auch → au, hier → da.
- u wird häufig zu einem kurzen „ü“: „Musik“ → Müsig.
- Verkürzungen: „ein bisschen“ → es bitzli.
Typische Merkmale des Züridialekts
- Verkleinerungsform: -li – „Huus“ → Hüüsli, „Chind“ → Chindli.
- Lautverschiebungen: „ei“ wird oft zu „ä“ – „Stein“ → Schtei.
- Weiche Endungen: „gut“ → guet.
- Dynamischer Satzrhythmus – melodisch mit leichten Anhebungen am Satzende.
Nützliche Zürcher Phrasen
+Typische Redewendungen, wie man sie im Alltag in Zürich hört:
- Wie gaht’s? – Wie geht es dir?
- Mach’s guet! – Pass auf dich auf.
- Bis spöter / Bis glii – Bis später / bis gleich.
- Kei Sorge! – Kein Problem!
- Merci viu Mau! – Vielen Dank!
- Es het no? – Gibt es noch?
- Zähni bitte. – Zehn (Franken) bitte.
- Wo goht’s da zum ...? – Wo geht’s hier zum ...?
- Chan ich da dure? – Kann ich hier durch?
- Ich bi grad underwägs. – Ich bin unterwegs.
- Ich chum glii. – Ich komme gleich.
- Häb Sorg. – Pass gut auf dich auf.
Tipps zum Start
+Wenn du den Klang der Stadt hören willst, helfen dir diese Audioquellen:
- Radio Zürichsee – Alltagssprache aus der Region.
- SRF 3 & SRF 1 – regelmäßig Schweizerdeutsch.
- Podcast «Züri Live» – Gespräche im Dialekt.
- Podcast «Schnurregige» – Schweizerdeutsche Alltagsgespräche.